Bürgerzentrum Sillenbuch: Neuer Anlauf im Gemeinderat

Stuttgart-Sillenbuch … Vor zehn Jahren träumte ganz Sillenbuch von einem Bürger- und Veranstaltungszentrum beim Parkplatz neben dem Ostfilderfriedhof. Der Siegerentwurf aus dem damaligen Architektenwettbewerb fand viel Lob. Doch die Mittel für das seinerzeit mit 12,5 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben wurden nie bewilligt. Wird sich das nun ändern?

Die mangelnde Barrierefreiheit des Sillenbucher Bezirksrathauses diente immer als ein Hauptargument für die Notwendigkeit eines modernen Neubaus. Aber auch die in Sillenbuch fehlende Stadtteilbibliothek sollte endlich verwirklicht werden, so ein Ziel der Planungen vor zehn Jahren. Neben dem Bezirksamt gehörten ein Bürgersaal und -treff sowie das Magazin für die Freiwillige Feuerwehr Sillenbuch zum Aufgabenpaket der 15 Architekten, die sich damals an einem anonymen Verfahren beteiligten. Als Sieger aus dem Wettbewerb ging das Büro von Joachim Schürmann hervor (WILIH 4.8.2009). Kommt sein Entwurf nun vielleicht doch noch zum Tragen?

Große Mehrheit im Rat

Hoffnungen keimen auf, nachdem jetzt eine Initiative aus dem Stuttgarter Gemeinderat das Projekt wieder aus der Versenkung hob. „Ein Bürgerzentrum für Sillenbuch auf den Weg bringen“ lautet die zu Optimismus Anlass gebende Überschrift eines Antrags vom 16. Januar, der zugleich und eigentlich vor allem eine Anfrage an die Stadtverwaltung darstellt. Unterschrieben haben ihn Stadträte von CDU, Grünen, SPD, SöS-Linke-Plus, Freien Wählern und FDP. Also scheint das Projekt nun mehrheitsfähig zu sein.

Allerdings stellen die Kommunalpolitiker zunächst eine Reihe von Fragen: ob die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs noch nutzbar sind, inwieweit sich die Anforderungen von Nutzern im vergangenen Jahrzehnt geändert haben, mit welchen Kosten heute zu rechnen sei und welche Planungsschritte nun erforderlich sind. Die Zahlen, die zuletzt für einen Gymnasiumsbau in Sillenbuch aufgerufen wurden, lassen Zweifel aufkommen, ob die vor zehn Jahren genannten 12,5 Millionen Euro heute noch etwas wert sind. Aber wenn der Gemeinderat nun die Frage aufwirft, welche Mittel in den Haushaltsberatungen zu berücksichtigen wären, nährt dies die Hoffnung zumindest auf einen baldigen Planungsstart.

Lob für „hohes Niveau“

Das mit der Zahl 1429 im Jahre 2009 getarnte Modell von Joachim Schürmann wurde vom Preisgericht damals als „insgesamt klug und fein ausgearbeiteter Entwurf“ gewürdigt, dem aber „leider etwas die städtebauliche Prägnanz fehlt“. Neben Lob für eine gute Abstimmung von „Baukörper, Vorplatz, Lage der Eingänge und Verteilung der Nutzungen“ sowie das „hohe Niveau“ gab es auch Kritik. Als wünschenswert bezeichneten die Preisrichter eine „kraftvollere Gesamterscheinung im Stadt- und Landschaftsraum”. Bemängelt hatten sie „die Lage der Zufahrt zur Tiefgarage im Kurvenbereich“. Auch die Feuerwehr hatte noch Optimierungsbedarf gesehen.

Foto oben: Der Siegerentwurf von Joachim Schürmann aus dem Architektenwettbewerb im Jahre 2009.

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