Daten und Öffentlichkeit

Der Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica hat hohe Wellen geschlagen. Es geht um die Weitergabe von persönlichen Daten, was an sich schon problematisch sein kann. Es geht aber auch um die Nutzung der Daten zu Zwecken des Wahlkampfes von Donald Trump. Dass dabei nicht bloß Daten von Umfrageteilnehmern in die Hände des Wahlkampfteams des jetzigen US-Präsidenten gelangt sein sollen, sondern auch Daten von deren Facebook-Freunden, sorgt für zusätzliche Aufregung und Verunsicherung. Ohne einer Datenverwendung ohne Zustimmung auch nur ansatzweise das Wort reden zu wollen, mag man sich aber auch fragen, wie offen oder geschlossen ein soziales Netzwerk sein kann oder soll. Wer aberhunderte von Facebook-Freunden für jedermann sichtbar präsentiert bzw. sich als solch ein „Freund“ offenbart, muss sich zum einen fragen lassen, wie er „Freundschaft“ definiert. Im richtigen Leben mit lebendigen sozialen Netzwerken sind höhere dreistellige Zahlen von Freunden jedenfalls eher selten. Zum anderen wird es ja wohl einen Grund haben, warum viele soziale Netzwerker das Bedürfnis haben, in Wort und Bild über sich, ihr Leben und ihre Ansichten – auch politische – mehr oder weniger Intimes zu offenbaren. Und im Extremfall keinerlei Skrupel haben, beispielsweise Unfallopfer mit dem Handy zu filmen und ein Video im Netz zu veröffentlichen, das deren Leid und Leiden öffentlich werden lässt – obwohl die Betroffenen nicht einmal eine Chance hatten, dies zu gestatten.

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 18.4.2018

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