Nachholbedarf beim Zähneputzen

Stuttgart-Hedelfingen … Ein 170 Seiten dicker Bericht stellt die Kindergesundheit in der Landeshauptstadt Stuttgart von 2009 bis 2015 dar. Vorgelegt wurde er Ende 2016. Am 20. März gab Annette Galante-Gottschalk vom Stuttgarter Gesundheitsamt den Hedelfinger Bezirksbeiräten einen Überblick über die insgesamt gute Gesundheit Hedelfinger Kinder. Ein Problem gibt es allerdings.

Die Daten basieren auf Einschulungsuntersuchungen, an denen jährlich etwa 80 Kinder aus dem Stadtbezirk teilnehmen. Betrachtet wurden in den Stadtteilen Hedelfingen, Rohracker und – wegen der geringen Fallzahlen nur bedingt aussagekräftig – Lederberg zusammen 404 Kinder aus fünf Jahrgängen. Die meisten Kinder aus dem Bezirk Hedelfingen – in dem es keinen Kinderarzt gibt – erwiesen sich dabei als gesund und entwickeln sich altersgemäß.

Starke Lärmbelastung

Einen vollständigen Vorsorgestatus haben 60 Prozent der Kinder (Hedelfingen 61 %, Rohracker 56 %, Lederberg 83 %, Stuttgart insgesamt 62 %). Im Stadtbezirksvergleich überdurchschnittlich ist der Impfschutz bei Tetanus, Masern und Röteln. Durchschnittlich ist mit zehn Prozent der Anteil übergewichtiger Kinder; nur Lederberg fällt mit lediglich vier Prozent positiv aus dem Rahmen. Unauffällig ist der Stadtbezirk auch bei der Entwicklung der Grobmotorik (66 % im Vergleich zu 71 % in ganz Stuttgart); auch hier liegen die Lederberger klar vorn (89 %).

Deutlich unterdurchschnittliche Ergebnisse zeigt der Stadtbezirk bei der Zahngesundheit (46 % im Vergleich zu 57 % in Stuttgart). Beim Anteil zahngesunder 6- bis 7-jähriger Grundschüler liegt Hedelfingen auf dem drittletzten Platz der Stuttgarter Bezirke. Alarmierend: In Kindergärten wird die Zahnpflege stiefmütterlich behandelt. Warum das so ist, ist den Experten im Gesundheitsamt ein Rätsel. Ein weiteres Manko: Hedelfinger Kinder sind weit überdurchschnittlich von Straßenverkehrslärm betroffen (15 %, verglichen mit 6 % stuttgartweit). Insgesamt sieht das Gesundheitsamt den Stadtbezirk in puncto Kindergesundheit im mittleren unteren Bereich; er wird aber noch nicht als problematisch eingestuft.

Bewegung ist elementar

Kooperationen mit so genannten kitafit-Kitas, in denen Bewegung besonders gefördert wird, sollten ausgebaut werden, empfahl Annette Galante-Gottschalk für den Bezirk Hedelfingen. Bislang wird „kitafit“ lediglich in einer Kindertagesstätte in Rohracker umgesetzt. Überhaupt, so die Mitverfasserin des Stuttgarter Kindergesundheitsberichts, sollte der Stadtbezirk möglichst bewegungsfreundlich gestaltet werden. Vor allem aber die Zahnpflege verdient nach Ansicht des Gesundheitsamtes deutlich höhere Anstrengungen. Einen Bedarf für ein spezielles Stadtteilprojekt sieht man im Amt jedoch nicht.

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