Nächste Woche im Eichenhain: Bäume weichen für Magerrasen

Stuttgart-Riedenberg … Ab Montag, 9. Oktober, sollen Teile des baum- und strauchförmigen Gehölzaufwuchses, vor allem Eschen, Hainbuchen, Ahorn, Hartriegel und Hasel, entlang des Unterhanges sowie in den Hangbereichen des Naturschutzgebietes Eichenhein entfernt werden. Das teilte die Stadt Stuttgart in ihrem Pressedienst vom 6. Oktober mit. Diese Maßnahmen seien mit der höheren Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium Stuttgart und der unteren Naturschutzbehörde beim Amt für Umweltschutz Stuttgart abgestimmt.

Hintergrund sind die seit Jahresmitte entlang der Mittleren Filderstraße laufenden Arbeiten für den Bau eines Regenüberlaufkanals. Er verhindert in Zukunft, dass bei Starkregen ungereinigtes Abwasser in den Kleinhohenheimer Bach gelangt. Nun finden auch Arbeiten innerhalb des Naturschutzgebietes Eichenhain statt, um die bestehenden Leitungen aus Sillenbuch anzuschließen. Da das Bauen als Eingriff in die Natur zu werten ist, werden gleichzeitig auch umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen im Naturschutzgebiet durchgeführt.

Ziel ist die großflächige Wiederherstellung von Magerrasen, damit die seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten des Naturschutzgebietes, darunter zahlreiche Insektenarten, endlich wieder mehr Lebensraum erhalten. In den letzten Jahrzehnten sind weite Magerrasenflächen mit Gehölzen zugewachsen und haben damit ihre einst große Bedeutung für den Naturschutz verloren. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts bestand der Eichenhain neben den einzelnen großen Eichen am Oberhang aus weitgehend offenen, großflächigen und beweideten Magerrasen. Seither sind bereits etliche prägende und schutzwürdige Arten dieses Gebiets, wie der Kleine Heidegrashüpfer, infolge der Gehölzentwicklung und daraus folgender Beschattung verschwunden.

Die Stadt wirbt für die Maßnahme: Neben den auf besonnte, unverbuschte Bereiche angewiesenen und besonders schutzwürdigen Magerrasen würden auch die vielen Spaziergänger im Eichenhain davon profitieren. Es würden sich am oberen Panoramaweg wieder mehr Ausblicke durch die markanten Baumgestalten hindurch eröffnen – genauso wie es Theodor Heuss noch 1954 erlebte, als er den Eichenhain als Standort für den Gedenkstein seiner Frau auswählte: „Schöne alte Bäume mit einem Blick auf Klein-Hohenheim und darüber hinweg auf die Kette der Schwäbischen Alb.“

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