Steinenbergschule: Raum für Gedankenspiele

Stuttgart-Hedelfingen … Nach dem jahrelangen Hin und Her ist die Zukunft des Schulstandortes am Hedelfinger Steinenberg nach wie vor offen. Die Hedelfinger haben die Zukunftsfrage nun auf eine höhere Ebene gehoben und gefragt: Wieviel Bildung wollen wir uns leisten? Dazu wurde am Donnerstagabend (26.4.2018) diskutiert – unter anderem mit der Kultusministerin.

Quo vadis, Steinenbergschule? Ein Patentrezept hatten auch die Diskutanten auf dem prominent besetzten Podium nicht zu bieten. Erkennbar wurde aber: Jetzt muss endlich eine Lösung her! Nach der Ablehnung der städtischen Übergangspläne im Hedelfinger Bezirksbeirat, der sich übereinstimmend für den Steinenberg eine weiterführende Schule wünscht (siehe: hier), preschten die Freien Wähler am Vortag des Diskussionsabends vor. Ihre Gemeinderatsfraktion kann sich vorstellen, die Linden-Realschule von Untertürkheim an den Steinenberg umzusiedeln, um dort eine Grund- und Realschule zu etablieren. Die frei werdenden Räume könnten dann die Raumnot des Untertürkheimer Wirtemberg-Gymnasiums beseitigen.

Gymnasium wieder aktuell?

Diese Idee spielte bei der Diskussion am Steinenberg keine Rolle. Sehr wohl aber die, in Hedelfingen ein Gymnasium zu etablieren. Zunächst gab Susanne Eisenmann zwar erklärtermaßen keine Präferenz für eine Schulart zu erkennen. Ein Ratschlag wäre Bevormundung, meinte die Kultusmisterin des Landes. Sie weiß, wovon sie spricht. Als Stuttgarter Schulbürgermeisterin blitzte sie mit einem Gymnasiumsplan für den Steinenberg beim Stutttgarter Gemeinderat ab. Ihre Nachfolgerin Isabel Fezer muss nun, nachdem sich die von einer Ratsmehrheit favorisierte Gemeinschaftsschule nicht realisieren ließ, die Scherben wieder zusammenfügen. Dabei tut sich die jetzige Schulbürgermeisterin aber schwer. Einen schweren Stand hatte sie schon bei ihrer Verteidigung des aktuellen Vorschlags, den Schulstandort am Steinenberg übergangsweise für Vorbereitungsklassen und als Ausweichquartier für die umzubauenede Wangener Wilhelmsschule zu nutzen. Regelrecht für Entrüstung sorgte sie mit der Aussage, allein für die Wilhelmsschüler werde die Stadt die Steinenbergschule fünf Jahre lang benötigen.

Vermutlich unbewusst lieferte Fezer aber der Kultusministerin eine Steilvorlage für eine Wiederaufnahme der Gymnasiumsüberlegungen. Während sich die Schulbürgermeisterin in Bedarfszahlen verhedderte, nutzte Susanne Eisenmann die Chance für einen Wink mit der regionalen Schulentwicklung. Die angeblich für die Gründung eines Gymnasiums knapp zu niedrige Schülerzahl stellte sie zur Diskussion. „Die Frage ist, wie man diese Zahl berechnet“, meinte die Ministerin und deutete an, das Potenzial für ein Gymnasium am Steinenberg nicht bloß in den oberen Neckarvororten zu suchen, sondern auch Cannstatt und Sillenbuch in die Bedarfsplanung einzubeziehen. Am Ende des Diskussionsabends verkündete Isabel Fezer kleinlaut, man werde sich das Thema „Gymnasium“ noch mal anschauen.

Was wurde bis jetzt getan?

Eine weitere Hausaufgabe erhielt die Bürgermeisterin von Michael Weber. Der Vorsitzende des örtlichen Gewerbe- und Handelsvereins erinnerte an seine Ausführungen als Sprecher des Schulelternbeirats auf der Hedelfinger Einwohnerversammlung im vorigen Juli (siehe: hier). Er verwies auf das Versammlungsprotokoll. Darin steht, dass Fezer „aufgefordert“ sei, „einen Weg für eine weiterführende Schule am Steinenberg zu entwickeln“. Weber will nun wissen, wie die Bürgermeisterin diese Aufgabe in den vergangenen neun Monaten anging. Ganz konkret. Fezer versprach eine Antwort.

Steinenbergschulleiter Detlef Storm zeigte sich „ungemein erfreut“, dass sich mit einer erneuten Prüfung wieder eine Perspektive für den tollen Schulstandort abzeichnen könne. Derweil stünden aber an der Schule keine Räume leer, dementierte er Gerüchte. Teile des Hauptgebäudes trügen nach dem Ende der Werkrealschule (2017) maßgeblich zum Erfolg der Ganztagesschule bei. Der Elternbeirat unterstützt alle Pläne für eine weiterführende Schule. „Egal, was komme“, wichtig sei, dass binnen der nächsten zwei bis vier Jahre ein Angebot realisiert werde, forderte der Beiratsvorsitzende Thorsten Frech. Dabei kann er sich gut auch eine Realschule vorstellen. Hintergrund: Das örtliche Handwerk brauche gut ausgebildeten Nachwuchs. „Studierte arbeiten aber nicht auf dem Bau!“

Auf dem Foto (von links): Isabel Fezer, Thorsten Frech, Moderatorin Ute Kinn, Detlef Storm und Dr. Susanne Eisenmann.

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