Unkraut vergeht nicht

Stuttgart-Riedenberg … Jahr für Jahr sprießt im Sommer am Gehwegrand der Florentiner Straße (Riedenberg) Unkraut in die Höhe (siehe Foto). Und in den Laufweg der Fußgänger. In Gedenken an das im Frühjahr von Stadtgärtnern rasierte „Sanc­tuarium“ des niederländischen Künstlers Herman de Vries mag man sich fragen: Ist das Kunst – oder kann das weg? Es war nicht ganz einfach, eine Antwort auf diese Frage zu bekommen. Via Garten-, Friedhofs- und Forstamt über das Tiefbauamt der Landeshauptstadt gelangte WILIHs Anfrage schließlich zum städtischen Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Aus dessen Abteilung „Straßenreinigung mit Winterdienst“, die auch für sommerliche Unkrautprobleme zuständig ist, kam eine zutiefst fundierte Antwort. Ergebnis: Es kann weg!

Call a Wildkrautbesen mit Stahlzöpfen!

Allerdings ließ sich bis zur finalen Stellungnahme der Stadt nicht abschließend klären, wer denn nun für die Riedenberger (Gehweg-)Randerscheinung zuständig ist. „Am ehesten“ falle dies „in den Bereich der Straßenreinigung“, ergaben die internen Recherchen im Tiefbauamt. Die sehr ausführliche Antwort des AWS lässt erkennen, wie schwierig es ist, in einer großen Stadt wie Stuttgart Kompetenzgrenzen abzustecken. Das „Straßenbegleitgrün“ hat sich nämlich als Nährboden für sein ungehemmtes Wachstum ausgerechnet ein Plätzchen ausgesucht, das sich „außerhalb der geschlossenen Ortslage“ befindet. Das lässt aufhorchen, gehört doch die fragliche Stelle so oder so zum Stadtbezirk Sillenbuch, selbst wenn man darüber streiten mag, ob eher zum Stadtteil Sillenbuch oder zu Riedenberg. Dass es innerhalb des Stadtbezirks hundert Meter Straße und Gehweg gibt, die sich quasi im Niemandsland befinden, könnte ein Hinweis darauf sein, warum dort niemand wohnt. Was wiederum erklärt, warum sich niemand um das Unkraut kümmert. Anwohner könnten nämlich von der Stadt verdonnert werden, es zu entfernen.

So weit, so interessant. Doch: Wer macht dem straßenbegleitenden Grünzeug denn nun endlich den Garaus? Der AWS verspricht, dass „der aufmerksame und erfahrene Fahrer“ der Kehrmaschine daran erinnert wurde, das „Wildkraut“ auf einem seiner nächsten Entlang- oder Vorbeifahrten „mit aufzunehmen“. Allerdings geht dies nur nur, wenn ein „Wildkrautbesen (Stahlzöpfe) an den Besentellern der Maschine montiert“ ist. Auf längere Sicht dürfte das Thema wieder beim Tiefbauamt landen. Denn der Spalt, aus dem das Kraut wild sprießen kann, sei ein Mangel, hören wir von dort. Ob der irgendwann endgültig zu beheben ist, hängt nun wieder mit einem anderen Mangel zusammen – dem an Geld.

So können Bürger Hilfe rufen

Bürger, die diesen „Service über Norm“ auch für ihr Bermuda-Dreieck bei der „zuständigen Betriebsstelle“ bestellen möchten, dürfen die Nummer des Call Centers der AWS-Kundenberatung wählen: 0711 216-88700. Das ist der heiße Draht für den „Hilferuf des Bürgers“.

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